Zeitumstellung – Was eine Stunde mehr Schlaf bedeuten kann

• Kurzzeitig eine wertvolle Chance der Regeneration • Langfristig macht Ihr Körper sowieso was er will – denn das Licht […]

• Kurzzeitig eine wertvolle Chance der Regeneration
• Langfristig macht Ihr Körper sowieso was er will – denn das Licht bestimmt den Takt

zeitumstellungNächsten Montag ist es wieder soweit – einige Menschen kommen zu früh in die Arbeit. Oder wundern sich, warum denn die Bahnhofsuhr nachgeht!? Die Umstellung 2mal jährlich können Sie schon als einen kleinen Selbsttest werten – wie präsent bin ich? Habe ich das im Griff, alle Uhren umgestellt und bin wie immer pünktlich? In den Medien wird überall darauf hingewiesen, trotzdem bekommen im Frühjahr wie im Herbst regelmäßig einige von uns die Zeitumstellung nicht mit.

Dem Glücklichen schlägt eben keine Stunde – vielleicht sind es ja mehrheitlich Rentner und Lebenskünstler, die die Aufregung um Sommer- und Winterzeit lächelnd ignorieren.

Die Chance – mehr Verstand (!)
Liebe LeserInnen, bitte nutzen Sie diese Chance. Wir leben in einer Zeit von Stress und Burnout, lassen Sie sich davon nicht und niemals anstecken. Bleiben Sie bei Ihrem Rhythmus, der Sie am Samstag zur jetzt gewohnten Zeit müde werden lässt und schlafen Sie tatsächlich etwas länger in den kommenden Tagen. Es tut Ihnen und den meisten von uns einfach nur gut. Denn Schlaf und Erholung kommen bei fast allen zu kurz. Das erscheint kurzsichtig: wer im Leben und Beruf etwas reißen will, braucht vor allem Eines – die volle Kraft des klaren Verstandes. Es wird unterschätzt, wie sehr unser Gehirn durch Schlafmangel und extremen Medienkonsum unter Stress steht. Jede zusätzliche Erholung stärkt Ihr Denkorgan, Ihr Gedächtnis, Ihre heute so wichtige Kreativität – kurz Ihre Fähigkeit klar zu denken. Das gilt genauso für Schüler, die heute schon (zu oft) zu den unfreiwilligen Leistungsträgern unserer Gesellschaft gehören.

Wer sowieso immer zu früh aufstehen muss, gewinnt jetzt endlich mal eine Stunde.

Wieso kommt es überhaupt zu dieser Situation? Inzwischen wissen wir, dass die Sommerzeit niemals die angestrebte Energieeinsparung erzielt hat, wegen der sie eingeführt wurde – aber erklären Sie das mal der europäischen Bürokratie. Also leben wir sicher noch lange mit der Situation im Frühjahr von einer Sekunde zur anderen um eine ganze Stunde zu altern, was wir jetzt im Oktober glücklicherweise wieder ausgleichen können.

verstandDabei ist aus medizinischer Sicht die Umstellung im Frühjahr offensichtlich sehr viel schwieriger für unseren Körper zu verarbeiten, als im Herbst. Unsere innere Uhr, unser Biorhythmus richtet sich seit Jahrmillionen nach der Sonne, also der Helligkeit. Und die Sonne richtet sich leider nicht nach unserer Sommerzeit – deswegen dauert die Anpassung im Frühjahr bei vielen Menschen länger als z.B. bei einer Amerika-Reise.

Doch jetzt ist es einfach – die Tage werden sowieso immer kürzer, die meisten von uns empfinden die Rückkehr zur Normalzeit (und das ist die Winterzeit ja eigentlich) als hilfreich.

Die dunkle Jahreszeit – nicht nur romantisch
Nur, dass es dann am Abend früher dunkel wird, behindert oft die Freizeitsportler. Mit der Erinnerung an den Sommer fällt es schon einigermaßen schwer, abends nach der Arbeit nochmal in die dunkle Kälte hinauszugehen. Das Fitness-Studio scheint plötzlich viel weiter entfernt als vor ein paar Wochen…

Immer mehr Studien beweisen, wie ungesund vieles Sitzen für uns ist. Wenn Sie also aktiv bleiben wollen kann eine Möglichkeit sein, am Morgen in der gewonnenen Zeit noch etwas zu unternehmen. Vielleicht nehmen Sie auf diese Weise mal ein wunderschönes Morgenrot mit.

Unser Schlafhormon Melatonin richtet sich nämlich ebenfalls nach der Helligkeit und nicht nach der Digitaluhr. Deswegen sind Blutdruck und Puls nächste Woche bereits etwas “auf Touren”, wenn der Wecker tönt, ebenso wie Hormone, die uns für den Tag aktivieren sollen. Die zusätzliche Stunde Schlaf merken viele von uns entsprechend deutlich und fühlen sich einfach etwas fitter. Das können Sie nützen, bis nach gut einer Woche der Spuk für die meisten sowieso vorbei ist. Die Umstellung im Herbst geht eben viel einfacher als die im Frühjahr. Morgentypen merken meist gar nichts. Im Gegensatz zu  “Eulen”, also Menschen die eher spät müde werden und dafür morgens länger schlafen müssen. Für Sie ist die Umstellung jetzt mehrheitlich ein Segen.

Was tut Ihnen jetzt gut?
Doch Achtung, jetzt kommt bald der Winter. Der Mangel an Sonne tut uns nicht wirklich gut – sondern sie fehlt uns in vielerlei Hinsicht. So können verschiedene Symptome auftauchen: Stimmungsschwankungen und Konzentrationsmangel. Vielleicht sind Sie anfälliger für Stress oder Heißhungerattacken.

Unser eigener Biorhythmus richtet sich jeden Tag neu nach dem Licht und somit nach der Sonne aus – darin liegt auch die Chance. Sie können ganz gezielt so viel echtes Tageslicht wie möglich mitnehmen. Menschen die dazu wenig Gelegenheit haben z.B. durch die Arbeit in einem Büro mit wenig Fenstern oder einer Fabrikhalle, hilft durch die dunkle Jahreszeit der Schein einer Tageslichtlampe am Morgen, ideal z.B. während des Frühstücks. Diese können Sie sich einfach besorgen, 10.000 Lux sind unsere Empfehlung. Das gilt auch bei der bekannten Herbst- / Winterdepression als ein Königsweg.

vitamin-dWas jetzt ebenfalls sehr wertvoll für Sie sein könnte ist das Sonnenhormon D3, das sog. Vitamin D. Trotz des herrlichen Sommers 2015 sind unsere Speicher oft nicht voll genug  und das Sonnenhormon hat im Stoffwechsel und für das Immunsystem viele bedeutende Funktionen. Wenn es fehlt sind Müdigkeit und Erschöpfung eine typische Folge. Lassen Sie Ihren Wert beim Hausarzt testen und sich eine Kur aufschreiben – das bringt Ihnen Energie für dunkle Tage.

Zusätzlich unterstützt Sie alles was den Kreislauf in Schwung bringt, denn Bewegung ist sowieso jederzeit das stärkste bekannte Schlafmittel. Am Besten im Freien, damit Sie zusätzlich Licht tanken.

Bleiben Sie gesund.
Herzlichst Ihr Jürgen Schuster