Vom Rohstoff zum Produkt – biologisch und fair

Baumwolle ist ein wunderbarer Rohstoff, der weit überwiegend in Entwicklungsländern angebaut wird. Cotonea verwendet Baumwolle aus Uganda und Zentralasien und […]

Baumwolle ist ein wunderbarer Rohstoff, der weit überwiegend in Entwicklungsländern angebaut wird. Cotonea verwendet Baumwolle aus Uganda und Zentralasien und arbeitet in allen Stufen der Herstellungskette nach IVN BEST oder GOTS: ökologisch auf höchstem Niveau und nach fairen Bedingungen. Diese Arbeitsweise ist ein Beispiel für gelingende Entwicklungszusammenarbeit, und sie trägt dazu bei, die Ungerechtigkeiten unserer Welt ein wenig auszugleichen. Wir erklären was diese Art der Zusammenarbeit konkret für den Rohstoff Baumwolle und seine Erzeugung bedeutet.

 

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Diese Baumwollkapsel ist vor kurzem aufgesprungen.
Bald werden die vier Teile aufbrechen und sich voll entfalten.

 

Biologisch-faire Baumwolle ist ein knappes Gut

Nur knapp ein Prozent der Welt-Baumwollernte stammt heute aus biologischem Anbau. Der Anteil, der gleichzeitig unter fairen Arbeitsbedingungen produziert wird, liegt noch darunter. Das zeigt, dass fair und ökologisch produzierte Baumwolle ein rarer Rohstoff ist. Wenn es nach uns ginge, würde sich das grundlegend dauerhaft ändern. Nur biologischer Anbau und faires Wirtschaften im Einklang mit Mensch und Natur können unsere Lebensgrundlagen langfristig sichern.

 

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Die kostbare Fracht wird in riesigen Tüchern abtransportiert.

 

Standards werden über alle Produktionsschritte geprüft

Ob wir die Sozial- und ökologischen Standards, zu denen wir uns verpflichtet haben, über die gesamte Herstellungskette einhalten, wird durch eine unabhängige Organisation geprüft.
Seit 2012 wird die gesamte Fertigungskette von Cotonea vom Institut für Marktökologie (IMO) auf die Einhaltung von Sozialstandards kontrolliert und kann nun das Social Responsibility Produkt-Siegel „fair for life“ verwenden. Außerdem kennen wir die verantwortlichen Personen in den Zulieferbetrieben selbst und haben über viele Jahre von ihnen einen eigenen Eindruck gewonnen.

 

Fairness und Beteiligung

Fairness ist für Cotonea ein verbindlicher Wert. Ihm haben wir – neben anderen – ein eigenes Werte-Symbol gegeben. Es steht für unsere Verpflichtung, faire Preise und Löhne zu zahlen, faire Arbeitsbedingungen zu bieten und, wo immer möglich und sinnvoll, eine faire Beteiligung anzubieten, denn wir wollen den Menschen dort, wo sie verwurzelt sind, eine Lebensgrundlage bieten.

Wir arbeiten in allen Bereichen so, wie es die Fairtrade-Regeln vorschreiben. Weil die hohen Lizenzgebühren für das Label aber nicht den Bauern, sondern der Fair Trade Organisation in Deutschland zugutekommen, verzichten wir bislang darauf und geben diesen Vorteil in Form reduzierter Preise lieber an unsere Kunden weiter.

Marktfähige Produkte sind die Grundlage für Handel und wirtschaftliche Entwicklung. Das ist auch in unseren Bio-Baumwoll-Anbau-Projekten nicht anders. Für viele Menschen aber ist die Herstellung von Erzeugnissen, die den Weltmarkt-Ansprüchen genügen, kaum möglich. Sie bekommen bei der Produktion keinerlei Unterstützung und müssen sich schließlich dem Preisdiktat des Weltmarktes beugen. Internationale Händler, die ihre Marktstellung ausnutzen, bestimmen den Preis und verlangen hohe Margen oder Provisionen. Diese Art, Handel zu treiben, ist nicht fair – aber üblich.

 

Fairness und soziale Verantwortung am Bespiel Uganda

Fairer Handel wird meist von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit über Projekte vor Ort unterstützt. Die Bauern lernen, wie sie auch im biologischen Anbau gute Erträge erwirtschaften können. Die Projekte kaufen die Produkte zu fairen Preisen auf und übernehmen den Vertrieb. So hat der Bauer sein Auskommen, er kann Bildung und Gesundheit finanzieren. Er ist zufrieden.

Lokaler Partner unseres Bio-Baumwoll-Projektes im Norden Ugandas ist die Gulu Agricultural Development Company (GADC), eine Projektgesellschaft, die Biolandwirtschaft in Uganda betreibt. Im Rahmen des develoPPP.de Programms, das im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Entwicklungspartnerschaften mit der Privatwirtschaft gemeinsam plant und durchführt, beteiligt sich die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH an den Trainings für rund 12.500 Bauern.

 

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Projektorganisation gewährleistet Bio-Qualität

Das Projekt ist hierarchisch organisiert: Die Bauern bewerben sich für eine Mitarbeit im Projekt und werden registriert. Einer Gruppe von ca. 25 Bauern steht ein Lead-Farmer als primus inter pares (Erster unter Gleichen) vor. Zehn solcher Gruppen (also ca. 250 Bauern) bilden eine Kooperative. Sie bekommt ein eigenes Konto, über das die Fairtrade-Prämien verwaltet und nach gemeinschaftlichem Beschluss verwendet (ausbezahlt) werden.

Ansprechpartner der Lead Farmer ist der Field Officer. Er ist angestellt bei der GADC und trainiert „seine“ 10 Lead Farmer, die wiederum „ihre“ Bauern schulen. Mehrmals im Jahr kontrolliert er die Felder aller Bauern seiner Kooperative, protokolliert ihre Arbeit und alle Maßnahmen, die sie getroffen haben. Dieses Vorgehen ist Voraussetzung für die Bio-Zertifizierung. Die Erkenntnisse aus den Kontrollen fließen in die nachfolgenden Schulungen ein.

So lernen alle Mitglieder der Kooperative etwas über Saatgut und Schädlingsbekämpfung, Pflanzenpflege, ökologische Zusammenhänge, Düngung und Ernte, über die Behandlung der geernteten Feldfrüchte, ihre Vermarktung, Verwendung, Preisgestaltung und über Marktchancen.

Diese Form der Organisation und dieses Vorgehen tragen dazu bei, dass die Ernteerträge steigen und die Bioqualität gewährleistet ist. Die Baumwollerträge liegen bei etwa 450 kg/ ha, mit dem Ziel, den Ertrag zu verdoppeln. Junge, ungeschulte Bauern beginnen oft mit nur 200 bis 300 kg/ ha. Die höchsten Erträge erzielte ein Bauer im Jahr 2013 mit unglaublichen 1550 kg/ ha.

 

Mehr Wissen und Unabhängigkeit

Die Maßnahmenkette von Schulungen, „Feld“-Beratung, gesicherter Abnahme der Ernte zu angemessenen Preisen bis hin zu fairen und sicheren Vertragsbeziehungen ist für uns nicht nur Ausdruck von Fairness und sozialer Verantwortung. Es ist auch unsere Vorstellung von nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit, denn das Know-how, das die Bauern durch die Schulungen gewinnen, bleibt ihnen, auch wenn die Preise schwanken. Sie schaffen sich damit eine solide Basis für mehr Unabhängigkeit.

Zu dieser Zusammenarbeit unter Partnern gehört selbstverständlich auch die Regel „Keine Leistung – kein Lohn“. Auch sie ist Anreiz für Entwicklung.

Um die ökologische Landwirtschaft attraktiv zu machen, zahlt Cotonea eine hohe Bio-Prämie auf den Weltmarktpreis. Sie erleichtert den Bauern den Einstieg in biologisches Wirtschaften und motiviert zu guter Arbeit. Allmählich steigende Hektar-Erträge bei gleichzeitig höheren Verkaufspreisen sind der Lohn dafür, dass erlerntes Wissen konsequent und geduldig umgesetzt wird. So verbessern sich sowohl die wirtschaftliche Situation als auch die Lebenssituation der Bauern.

Die von der GDAC organisierte Kooperative hat für die Bauern große Vorteile: Sie bekommen kostenloses Saatgut, müssen sich dafür nicht verschulden und geraten in keine Abhängigkeit. Die Farmer führen ein selbstbestimmtes, freies Leben, haben aber trotzdem jederzeit einen Ansprechpartner, der sie fachlich berät.

Die GADC empfiehlt den Bauern möglichst unterschiedliche Fruchtwechsel-Früchte für den Anbau, so dass – neben Baumwolle – eine große Vielfalt an Feldfrüchten, wie beispielsweise Sesam und Chili, zum Verkauf angeboten werden. Die Vermarktung dieser Früchte ist inzwischen sehr erfolgreich und ist – wie auch die Entwicklung der Bio-Baumwollproduktion – bezogen auf den Weltmarkt eine außergewöhnliche Leistung der GADC. Cotonea hat ganz wesentlich dazu beigetragen.

 

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Der Bio-Landbau nutzt die Inteligenz der Natur

Die biologische Landwirtschaft berücksichtigt natürliche Gesetze und nutzt sie auf vielfache Weise.

• Biologischer Pflanzenschutz ohne Pestizide.
Pflanzenarten „unterstützen“ sich gegenseitig – oder auch nicht. Das Wissen darum, welche Pflanzenarten „miteinander können“, nutzt der Bio-Bauer. Deshalb sind Monokulturen ausgeschlossen. In „guter Pflanzen-Nachbarschaft“ gibt es weniger Schädlinge, und wenn doch, sind – sofern keine Pestizide ausgebracht werden – schnell Nützlinge da, die sie „bekämpfen“. Eingesetzt werden außerdem Opfer- und Abschreckpflanzen, Lockfallen
und ökologische Spritzmittel.

• Natürlicher Dünger statt Kunstdünger.Mischkultur oder Fruchtwechsel (Anbau anderer Feldfrüchte als Baumwolle zeitgleich oder zeitversetzt) sowie das Ausbringen von Mist aus eigener (!) Tierhaltung (Ziegen, Hühner) erhöht
die Zahl der Mikroorganismen im Boden, lockert ihn auf und erhöht seine Fruchtbarkeit. Diese Wirtschaftsweise ist CO2-neutral. Das ist bei der Herstellung von Kunstdünger nicht der Fall.

• Schutz wertvollen Grundwassers.

• Verwendung eigenen Saatguts
Natürlich entstandenes Genmaterial ist von großer Vielfalt, die Pflanzen sind sehr widerstands- und anpassungsfähig.In unserem Projekt in Uganda bekommen die Bauern ihr Saatgut von der GADC, die es direkt aus der Baumwoll-Entkörnungsmaschine gewinnt und selektiert. Mit diesem Saatgut tragen sie zum Erhalt der Bio-Diversität bei!


Es werden weder genmanipulierte noch Hybrid-Sorten verwendet, die die Bauern in eine Spirale der Abhängigkeit von multinationalen Konzernen und in die Verschuldung führen würden. Es ist entweder gar nicht keimfähig (genmanipulierte Sorten) oder verlieret seine gezüchteten Eigenschaften hoher Erträge nach der ersten Ernte (Hybridsorten)
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Der Bettwaren-Shop legt großen Wert auf fair gehandelte Waren.
» Hier gelangen Sie zu unseren Cotonea Produkten.