Schulstress nervt alle Beteiligten – was Sie tun können damit es besser wird

- Stress bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu und kostet viel Kraft - Gelassenheit statt zu viel Ehrgeiz sowie viel […]

- Stress bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu und kostet viel Kraft
- Gelassenheit statt zu viel Ehrgeiz sowie viel Bewegung sind 2 von sehr vielen Möglichkeiten etwas zu tun

Wie kommt es zu Schulstress? Warum gab es das früher nicht?
Manchmal erscheinen uns Dinge neu, wenn Sie einen anderen Namen erhalten oder plötzlich verstärkt in den Medien auftauchen. Natürlich gibt Stress solange es Menschen gibt, genau genommen solange dieser Planet bewohn ist.

Trotzdem scheint es, als wären wir alle früher zumindest mit der Schule und der ganzen Kindheit etwas entspannter umgegangen – nicht jede Note wurde auf die Goldwaage gelegt, Kinder wurden nicht für ihre spätere Karriere optimiert und hatten nachmittags frei zum Spielen. Wir können mit diesem Artikel die Situation nicht ändern, doch wir können Ihnen zumindest Tipps geben, damit es für alle etwas einfacher wird.

Gehen Sie weniger zum Arzt mit Ihrem Kind – reduzieren Sie lieber Stress soweit möglich.

stress-relaxKinder reagieren ähnlich wie Erwachsene auf Stress und Überforderung. Genau wie bei Erwachsenen ist ihnen dabei meist nicht klar, dass irgendwelche “körperlichen” Symptome von einer Belastung kommen. Sie klagen eben typischerweise von Bauch- und Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Albträumen und die Eltern gehen dann mit Ihnen zum Arzt. Gute Kinder- und Jugendärzte verstehen die Situation meist schnell – denn mit Pillen kommt man in keinem Alter dem Stress bei. Deswegen ist und bleibt der Königsweg für Menschen in jedem Alter – nehmen Sie Stresssymptome ernst.

Bagatellisieren Sie die Probleme nicht “Du bist jung, du hältst das schon aus!”, wenn Sie merken die Symptome nehmen zu und das Kind verändert sich. Es erzählt nicht mehr gerne, zieht sich zurück, wird appetitlos und körperliche Beschwerden häufen sich. Kein junger Mensch ist öfters kränklich ohne jede Ursache.

Typische Stresssymptome wie Bauch und Kopfschmerzen sollten daher nicht mit Mengen an Medikamenten behandelt werden. Für ein gutes (Placebo-) Gefühl genügen vielleicht schon Globuli, Entspannungsmethoden und vor allem: Zuwendung.

Verständnis und Respekt – und weniger Ehrgeiz
Immer wieder sollten wir uns fragen – sehen wir den Menschen oder nur seine Leistung? Wir alle trachten heute so sehr nach einem schönen Schein, dass sich Eltern für ihre Kinder schämen, wenn die schulische Leistung schlechter ist als die anderer. Weniger als Spitze ist für viele Eltern schon eine Zumutung – den Kindern selbst würde die eine oder andere Note 3 wahrscheinlich genügen. Hauptsache das Schuljahr wird überstanden und die Freizeit kommt nicht zu kurz.

schule-kindBedenken Sie immer – es gibt nur eine Kindheit und sie bildet das Fundament für ein ganzes Leben – und ein gelingendes Leben lernen wir eben nicht in der Schule. Dort gibt es nur eine Ansammlung von Wissen, das wir oft schnell wieder vergessen wenn wir es nicht mehr für die Prüfung brauchen. Das kann man auch Kindern vermitteln, die sich selbst gewaltig unter Druck setzen.

Mobbing – unbedingt ernst nehmen
Studienergebnisse sind manchmal erschreckend. Deutlich und auch logisch ist die Erkenntnis englischer Forscher, dass intensives und häufiges Mobbing im Teenager-Alter das Risiko für Depressionen später erhöht. Ein sehr heikles Thema, denn es ist für Schule und Eltern schwer Mobbing zu erkennen und zu unterbinden. Ein Tipp der etwas Zeit braucht, aber dann langfristig wirkt – unternehmen Sie alles, was das Selbstvertrauen des Kindes stärkt.

Mannschaftssportarten sind hier sehr wertvoll, sie vermitteln Sicherheit in der Gemeinschaft und gleichzeitig individuelle Erfolgserlebnisse. Schulen für Kampfkunst (Judo, Taekwondo, Karate etc.) haben auch starken Zulauf, denn dort lernen Kinder einerseits Respekt als höchstes Gut (niemals selbst anzugreifen) – aber auch wie man eine Opferrolle mental und durch die eigene Ausstrahlung vermeidet. Das ist Schule fürs Leben.

Das wichtigste Vorbild: die Eltern.
Das wichtigste Signal im heimischen Umfeld: Sicherheit

Die junge Generation Z (Menschen die ca. 20 Jahre oder jünger sind) hat ein Luxusproblem – sie wird heute schon sehnlichst am Arbeitsmarkt erwartet. Zudem stellen die jungen Menschen in Umfragen unmissverständlich klar, dass ihnen später die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sowie ein gewisse Sicherheit deutlich wichtiger sind als die Karriere. Das ständig gehetzte, von Burnout bedrohte Vorbild der Vorgänger-Generationen wirkt also klar abschreckend. Wie widersinnig ist es also, diese Jugendlichen mit ständiger Optimierung ihrer Leistung durch ihre Kindheit zu hetzen. Eltern, die Gelassenheit ausstrahlen und zu Hause nicht nur über Hektik und ihre Chefs schimpfen sind ein wunderbares Vorbild. Bedenken Sie immer – besonders die Jüngeren lernen von den Eltern wie das Leben geht.

Was sie entsprechend als größtes Geschenk von den Eltern lernen können, sind eine gewisse Selbstständigkeit und Selbstvertrauen (“Du bekommst das hin”) bei gleichzeitigem Rückhalt (“Wir sind für dich da, wenn du uns brauchst”). Schon in der Grundschule Nachhilfe zu organisieren, sobald es nicht genug Einser regnet ist genau das falsche Signal – nämlich “Ohne Hilfe kriegst du nix gebacken”.

schulstress-frauDas Allheilmittel – Bewegung ist Hirn-Doping
Die Muskeln befeuern das Gehirn. Es wird leider von vielen Eltern und Lehrern unterschätzt, dass wir immer noch mit den Genen von Nomaden zur Welt kommen. Das Gehirn ist in seiner Entwicklung nicht von Büchern, sondern ganz und gar vom Körper abhängig. Und zwar von einem Körper in Bewegung.
Das gilt nicht nur fürs Lernen, sondern ganz besonders auch für unser heutige Thema – Kinder die sich wenig bewegen reagieren schneller gestresst als Kinder, die Sport treiben.

Kinder die viel Lernen brauchen zudem regelmäßig Bewegungspausen, sonst kann das Gehirn den Stoff nicht verarbeiten, dann entsteht noch mehr Stress.

Und noch ein tolles Argument kommt aus Kanada – dort hat man herausgefunden, dass regelmäßiger außerschulischer Sport Kinder dabei unterstützt selbst Disziplin zu entwickeln. Genau die Disziplin, die ihnen beim Lernen und im Unterricht nützt. Übertreiben Sie es aber bitte nicht beim “Terminmanagement” mit Sport, Musik etc. für die Kinder – einfaches herum-toben draußen genügt oft schon.

“Aufenthalt im Freien wirkt bei Kindern nämlich einer Kurzsichtigkeit entgegen…”, erklärt ein Studienleiter – das ist logisch, und eigentlich selbstverständlich. Nur in Bücher und auf Bildschirme starren strengt selbst Erwachsene an, und strapaziert die jungen Augen unnötig stark. “Nebenbei” reduziert jede Art von Bewegung das zunehmende Übergewicht bei Kindern, das alleine schon wieder zu Stress führt.

Fazit
Eines dürfte uns allen klar sein – es sind niemals die Schulnoten, die über das spätere Lebensglück entscheiden. Es ist eine stabile Persönlichkeit, die Sicherheit in sich selbst findet und nicht nur in äußeren Leistungen. Neugier und Aufgeschlossenheit helfen sehr um Chancen wahrzunehmen die sich bieten. Denn die sind zahlreich und jeder kann seinen guten Job finden.

Der ganzen Familie einen guten Start ins neue Schuljahr wünscht Ihnen
Ihr Jürgen Schuster